Venen ABC

ABI - Ankle-Brachial-Index

Dopplerdruckmessung als Basisuntersuchung zur Erkennung einer Durchblutungsstörung der Beine. Der ABI ergibt sich aus dem oberen (systolischen) Blutdruckwert am Knöchel geteilt durch den oberen Blutdruckwert am Arm. Bei gesunden Gefäßen beträgt der ABI > 0,92. Je niedriger der ABI ist, desto ausgeprägter sind die Durchblutungsstörungen.

Akut

Plötzlich einsetzend, von meist kürzerer Dauer (im Ggs. zu chronisch).

Ambulant

Diagnostik und Therapie kann ohne stationäre Aufnahme erfolgen.

Anamnese

Subjektive Angaben über frühere Erkrankungen bzw. Krankheitsverläufe.

Antikoagulanzien

Substanzen, die die Blutgerinnung hemmen, z.B. Marcumar und Heparin, die insbesondere in der Thrombosetherapie ihren Stellenwert haben.

Antikoagulation

Hemmung der Blutgerinnung.

APC-Resistenz

Aktives Protein C-Resistenz. Angeborene Thromboseneigung. Heterozygote Merkmalsträger weisen ein 5- bis 10-fach erhöhtes Thromboserisiko auf, homozygote Merkmalsträger ein 80- bis 100-faches Risiko.

Astkrampfader

Kleine bis mittelgroße Krampfader, die von den Stammvenen abzweigt.

Besenreiser

Blaue und rote Äderchen, die dicht unter der Haut verlaufen. Meistens sind sie harmlos und nur optisch störend, sie können jedoch ein Indikator für ein Venenleiden sein.

Blutgerinnsel

= Thrombus, Blutpfropf.

Blutplättchen

Thrombozyten sind Zellen, die für die Blutgerinnung und die Bildung von Blutpfropfen (Thrombus) verantwortlich sind.

CEAP-Klassifikation

International anerkannte Dokumentation von chronischen Venenerkrankungen.

CHIVA

Abkürzung für cure hémodynamique l`insuffisance veneuse en ambulatoire. Venenerhaltende Behandlung der Krampfadern mit gezielter Unterbindung (Ligierung) insuffizienter Venenabschnitte.

Chronisch

Langsam sich entwickelnd, von langer Dauer (im Ggs. zu akut).

Crosse

Einmündung der großen Rosenvene (V. saphena magna) in der Leiste bzw. der kleinen Rosenvene (V. saphena parva) in der Kniekehle in das tiefe Venensystem.

Crossektomie

Operatives Verfahren zum Verschluß der defekten Venenklappe in der Leiste oder Kniekehle.

CVI

Chronisch Venöse Insuffizienz, auch allgemein Venenschwäche genannt.

D-Dimer-Test

Bluttest, der am ehesten dazu beiträgt, eine tiefe Venenthrombose auszuschließen (negatives Testergebnis). Bei positivem Testergebnis, d.h. bei erhöhtem D-Dimer-Spiegel im Blut, kann eine Thrombose vorliegen, jedoch gehen auch zahlreiche nicht-thrombotische Krankheiten und bestimmte Situationen (z.B. Operationen, Rheuma, Tumorerkrankung, Entzündungen) mit einem erhöhten D-Dimer-Spiegel einher.

Diagnose

Feststellung einer Erkrankung, bezogen auf Venenerkankungen wird die Diagnose mit Hilfe der Anamnese, körperlichen Untersuchung und medizinischer Geräte (LRR, VVP, Farbduplexsonographie, Kompressionssonographie) gestellt.

Diuretika

Medikamente, die zu einer verstärkten Entwässerung führen.

Ekzem

Hauterkrankung mit flächenhafter Rötung, zeitweise Bläschen- und Schuppenbildung am Unterschenkel, juckend. Häufig bei fortgeschrittenem Venenleiden (Krampfadern, CVI) zu beobachten (Stauungsekzem).

Embolus

Losgelöster Thrombus.

Endothel

Innere Wandschicht der Gefäße.

Endovasale Lasertherapie

= EVLT, minimal-invasives Katheterverfahren zur schonenden Behandlung von Krampfadern.

Farbduplexsonographie

Bildgebendes Verfahren als Kombination aus der üblichen Ultraschalldarstellung des Gewebes (Schwarzweiß-Bild) und der farbcodierten Doppler-Sonographie (Blutströmungsmessung in Gefäßen).

Fibrinolyse

Auflösung kleiner Blutgerinnsel.

Gefäße

Blutgefäße (Venen, Arterien, Kapillaren) und Lymphgefäße.

Hämatom

Bluterguß, nach Verletzungen sowie operativen Eingriffen kann es zu Einblutungen im Gewebe kommen, häufig auch als „blauer Fleck“ bezeichnet.

Heparin

Medikament zur Blutverdünnung, dient der Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen und Embolien.

Heparin-induzierte-Thrombozytopenie Typ II

=HIT II, hierbei handelt es sich um einen durch ein Arzneimittel (Heparin) hervorgerufenen Abfall der Blutplättchen (Thrombozytopenie). Paradoxerweise führt es in 30-50% zu einem Wachstum einer bestehenden Thrombose oder neuen Thrombosen, seltener kommt es zu Blutungen. Bei der Behandlung mit niedermolekularem Heparin tritt es in weniger als 1% der Fälle bei Patienten auf.

Hyperkoagulabilität

Erhöhte Blutgerinnungsneigung.

Insuffizienz

Ungenügende Funktion. Bei einer Funktionsschwäche der Venen spricht man von einer Veneninsuffizienz.

Invasiv

Eindringend, in der Diagnostik beispielsweise Herzkatheteruntersuchung, endovasale Lasertherapie.

Kapillare

Haarfeines Blutgefäß, verbindet den arteriellen und venösen Anteil des Blutkreislaufes und ist für die Versorgung des Gewebes zuständig.

Klappeninsuffizienz

Unzureichender Klappenschluß in den Venen.

Knöchel-Arm-Index

= ABI - Ankle-Brachial-Index

Kneipp-Anwendung

Von Sebastian Kneipp beschriebene Wasseranwendungen in Form von Wassertreten, Wechselfußbad sowie Wechselgüsse.

Komplexe Physikalische Entstauungstherapie

=KPE, bestehend aus manuelle Lymphdrainage, Kompression, Krankengymnastik und Hautpflege. Sie wird zur Behandlung bzw. Vermeidung von Komplikationen bei CVI, Varikose, Lip- und Lymphödem eingesetzt.

Kompressionssonographie

Hat ihren Stellenwert in der Thrombose-Diagnostik. Die Vene wird im B-Bild (Schwarz-Weiß-Bild) im Querschnitt dargestellt, unter Kompression ist sie normalerweise vollständig wegdrückbar, befindet sich ein Thrombus in der Vene, ist sie nur teilweise oder auch gar nicht wegdrückbar.

Krampfader

Varize, kommt aus dem Altdeutschen und heißt Krummader, also krumme gebogene Ader. Hiermit ist eine Erweiterung des oberflächlichen Venensystems gemeint. Die Venen werden im Verlauf weiter, länger und je nach Lokalisation sichtbar.

L-vor S-Regel

Besser Liegen und Laufen als Sitzen und Stehen (allgemeine Venenratschläge).

Lichtreflexionsrheographie

= LRR, Venenfunktionstest.

Lipödem

Schwellung infolge einer chronischen Fettverteilungsstörung des subkutanen Fettgewebes (Subkutis).

Lungenembolie

Gefährliche Komplikation der Thrombose. Ein gelöster Thrombus (Embolus) gelangt in den Lungenkreislauf und führt zu einem Verschluß der Lungengefäße.

Lymphödem

Schwellung infolge eines defekten Lymphgefäßsystems.

Lymphdrainage

Nicht-invasive, manuelle Behandlungsmethode zur Verbesserung (Entstauung) von Lymphödemen.

Lymphe

Klare eiweißreiche Flüssigkeit, fließt in einem eigenen Gefäßsystem bestehend aus Lymphgefäßen und Lymphknoten, dient dem Abtransport von Gewebsflüssigkeit.

Manuell

Mit der Hand.

Marcumar

Medikament, welches die Blutgerinnung hemmt, hoher Stellenwert in der Thrombosetherapie.

Medizinischer Kompressionsstrumpf

= MKS, Basistherapie bei Venenleiden (akut: TVT/Tiefe BeinVenenThrombose, chronisch: CVI/Chronisch Venöse Insuffizienz, Varikose), Lip- und Lymphödem. Durch Druck von außen werden die Venen komprimiert, der Venendurchmesser verringert und die Fließgeschwindigkeit in den Venen erhöht. Gleichzeitig wird die Funktion der Venenklappen verbessert. Typische Symptome wie Schwellung, Spannungs- und Schweregefühl können so gebessert werden, Komplikationen können verhindert werden.

Medizinischer Thromboseprophylaxestrumpf

= MTS, dient der Vorbeugung einer tiefen Beinvenenthrombose, wird häufig bei bettlägrigen Patienten (beispielsweise nach einer Operation) angewandt. Durch einen gleichmäßigen Druck auf das Bein von außen werden die Venen komprimiert, was zu einer Erhöhung der Fließgeschwindigkeit in den Venen und damit zur Verbesserung des venösen Rückflusses zum Herzen führt. Auch die Venenklappenfunktion wird verbessert.

Muskelpumpe

Durch die Muskeltätigkeit wird das Blut in den Venen unterstützend in Richtung Herz befördert.

ödem

Schwellung durch Flüssigkeitsansammlung im Gewebe.

Orale Antikoagulation

Blutverdünnung mit Tabletten (z.B. Marcumar, Warfarin). Die Tagesdosis für jeden Patienten wird individuell mittels einer Blutuntersuchung (Bestimmung des INR (International Normal Ratio)- bzw. Quick-Wertes) festgelegt.

Perforansvenen

Verbindungsvenen zwischen dem tiefen (subfaszialen) und oberflächlichen (epifaszialen) Venensystem im Beinbereich. Der venöse Blutfluß erfolgt normalerweise von den oberflächlichen Venen über Verbindungsvenen zu den tiefen Venen.

Phlebektomie

Minichirurgisches Verfahren zur Entfernung von Astkrampfadern (Häkelmethode).

Phlebographie

Röntgenologische Darstellung der Venen mit Kontrastmittel.

Phlebologe

Venenspezialist.

Phlebologie

Lehre von den Venen und ihren Erkrankungen.

Postthrombotisches Syndrom

= PTS, chronisches Venenleiden einhergehend mit Schwellzuständen und Hautveränderungen bis hin zum „offenen Bein“ (Ulcus cruris) nach tiefer Beinvenenthrombose.

Prävention

Vorbeugung.

Primärprophylaxe

Bestimmte Maßnahmen zur Verhinderung einer drohenden Erkrankung, z.B. Thromboseprophyaxe, Tragen von Kompressionsstrümpfen (MTS) nach einer Operation zur Verhinderung einer Thrombose.

Prognose

Vorhersage über wahrscheinlichen Verlauf einer Krankheit unter Berücksichtigung des aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstandes.

Radiowellentherapie

Katheterverfahren zur Behandlung von Krampfadern, sehr schonend.

Reflux

Rückfluß, bei Krampfadern kommt es zur Umkehr des Blutes in den Venen (vom Herzen weg) bei defekten Venenklappen (Klappeninsuffizienz).

Reisethrombose

Economy Class Syndrome (ECS), Auftreten einer tiefen Beinvenenthrombose im Zusammenhang mit einer mehrstündigen Reise in überwiegend sitzender Position (z.B. längere Flugreise).

Rosenvene

Stammvene des oberflächlichen Venensystems. An jedem Bein gibt es zwei Rosenvenen, die große Rosenvene, auch V. saphena magna genannt, und die kleine Rosenvene, auch V. saphena parva genannt.

Seitenastvene

Venen des oberflächlichen Venensystems, die über Verbindungsvenen mit dem tiefen Venensystem verbunden sind.

Sekundärprophylaxe

Bestimmte Maßnahmen zur Verhinderung eines erneuten Ereignisses, z.B. nach tiefer Beinvenenthrombose erfolgt in Abhängigkeit des Wiederholungsrisikos einer Thrombose, auch Rezidivrisiko genannt, eine längerfristige Therapie mit Arzneimitteln, die die Blutgerinnung hemmen.

Sklerosierung

Verödung von Krampfadern.

Sonographie

Ultraschall, bildgebendes, nicht-invasives und nach heutigem Kenntnisstand nebenwirkungsfreies Verfahren zur Darstellung des Gewebes als „Schwarzweiß“-Bild (B-Bild).

Stammvarikose

Erweiterung und fehlender Klappenschluß in den Stammvenen (große und kleine Rosenvene).

Stammvene

Vene saphena magna, auch große Rosenvene genannt, gehört zum oberflächlichen (epifaszialen) Venensystem und verläuft vom Innenknöchel bis zur Leiste. Vena saphena parva, auch kleine Rosenvene genannt, gehört zum oberflächlichen (epifaszialen) Venensystem und verläuft vom Außenknöchel bis zur Kniekehle.

Stripping

Krampfader-Operation. Hierbei wird die Krampfader nach Einführen einer Sonde durch einen kleinen Schnitt herausgezogen (strippen= herausziehen).

Thrombophilie

Thromboseneigung.

Thrombophilie-Diagnostik

Blutuntersuchung zur Feststellung bzw. zum Ausschluß einer genetisch bedingten Gerinnungsstörung.

Thrombophlebitis

Oberflächliche Thrombose, Venenentzündung. Gerinnselbildung in einer oberflächlichen Vene, klinisch meistens als strangförmige, rote Verhärtung tastbar, schmerzhaft.

Thrombose

Phlebothrombose, TVT. Gerinnselbildung in tiefen Venen.

Thromboseneigung

= Thrombophilie.

Thrombozyten

Blutplättchen. Zellen, die bei der Blutgerinnung eine nicht unwesentliche Rolle spielen.

Thrombozytenaggregation

Zusammenlagerung der Blutplättchen (Thrombozyten) zu einem Blutpfropf (Thrombus).

Thrombozytopenie

Abfall der Blutplättchen.

Thrombus

Blutpfropf, Blutgerinnsel.

TVT

Tiefe BeinVenenThrombose.

Ulcus cruris

„Offenes Bein“. Komplikation einer meist unzureichend behandelten Venenerkrankung, meistens am Innenknöchel lokalisiert.

Ultraschall

Sonographie, bildgebendes, nicht-invasives und nach heutigem Kenntnisstand nebenwirkungsfreies Verfahren zur Darstellung des Gewebes als „Schwarzweiß“-Bild (B-Bild).

Varikose

Krampfaderleiden.

Varizen

Krampfadern.

Varizenstripping

Auch Stripping: Krampfader-Operation. Hierbei wird die Krampfader nach Einführen einer Sonde durch einen kleinen Schnitt herausgezogen (strippen= herausziehen).

Vena saphena magna

Große Rosenvene, Vene des oberflächlichen Venensystems, verändert sich oft zur Krampfader.

Vena saphena parva

Kleine Rosenvene, Vene des oberflächlichen Venensystems, verändert sich oft zur Krampfader.

Venös

Das Venensystem betreffend.

Venen

Blutgefäß, welches das verbrauchte, sauerstoffarme Blut vom Körper zurück zum Herzen transportiert.

Venenbeschwerden

Typische Zeichen sind müde und schwere Beine einhergehend mit Spannungsgefühl, nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und Schwellungen im Knöchelbereich. Im Anfangsstadium sind viele der genannten Symptome im Sitzen und Stehen verstärkt, über Nacht kann das gestaute Blut durch Hochlagerung der Beine abfließen, so dass die Beschwerden sich bessern.

Venenfunktionstest

LRR (Licht-Reflexions-Rheographie) und VVP (Venöse Verschluß-Plethysmographie).

Venenklappen

Befinden sich in gleichen Abständen im Inneren oder spezifischer Lumen der Venen und unterstützen den Blutfluß in Richtung Herz (Ventilfunktion), eine retrograde Blutströmung (vom Herzen weg) wird somit bei normaler Klappenfunktion verhindert.

Venenratschläge

Dienen der Prävention eines Venenleidens und der Verbesserung von Venenbeschwerden. Darunter versteht man u.a. viel Bewegung, d.h. langes Stehen und Sitzen meiden, Beine hochlagern, auf Ernährung achten, d.h. Übergewicht meiden, heiße Bäder und Sonne meiden, Kneippsche Wasseranwendungen.

Verödung

Sklerosierung. Medikamentöse Unterspritzung eines erweiterten Venenabschnittes.

Wells-Score

Bestimmung der klinischen Wahrscheinlichkeit einer tiefen Beinvenenthrombose, ersetzt nicht zwingend die Bildgebung (Kompressionssonographie).